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  • Carina Staiger

Fortbildungspflicht für Arbeitnehmer?

Aktualisiert: 6. Nov 2019

Regelmäßige Fort- und Weiterbildungen sind für die berufliche Karriere unverzichtbar. Dennoch kann es passieren, dass Arbeitgeber Weiterbildungsmaßnahmen verlangen, die ganz und gar nicht den Interessen ihrer Angestellten entsprechen. Die häufigsten Ursachen hierfür sind Perspektivlosigkeit im Unternehmen, Stress am Arbeitsplatz sowie private Belange.


Sind Mitarbeiter gesetzlich dazu berechtigt, sich gegen Wunschfortbildungen ihres Vorgesetzten auszusprechen? Welche Folgen sind zu erwarten?

Berufsgruppen mit Fortbildungspflicht

Unsere Berufswelt unterliegt einem stetigen Wandel. Technologische Entwicklungen bringen bisherige Arbeitsabläufe in eine vollkommen neue Struktur. Dadurch entfallen routinierte Tätigkeiten zugunsten neuer Aufgabenbereiche. Im Zuge der Digitalisierung verändert sich nicht nur die Berufswelt, sondern auch der Alltag eines jeden Einzelnen.

Regelmäßige Weiterbildungsmaßnahmen zielen darauf ab, vorhandenes Fachwissen um neue Fertigkeiten zu vertiefen. Für Berufsgruppen, welche ständigen Veränderungen unterliegen, ist die Teilnahme an fortlaufenden Fortbildungen sogar gesetzlich festgelegt. Unter anderem besteht eine Fortbildungspflicht für Ärzte, Fahrpersonal und Fachanwälte. Bei diesen Arbeiten ist es unmöglich, auf Weiterbildungen zu verzichten, da hier ein hohes Maß an Verantwortung vorausgeht. Mangelhaftes Fachwissen, bedingt durch unzureichende Fortbildungsbereitschaft, hätte dramatische Konsequenzen. Deshalb besteht für jede dieser Berufsgruppen eine jährliche Fortbildungspflicht. Dies ist in einer klar definierten Stundenzahl zu erbringen. Jeder absolvierte Lehrgang ist schriftlich festzuhalten.

Berufsgruppen ohne Fortbildungspflicht

Besteht gesetzlich keine Fortbildungspflicht, verschafft der Blick in den Arbeits- oder Tarifvertrag Gewissheit. Oftmals enthalten diese Schriftstücke gewisse Klauseln, aus denen eine Fortbildungspflicht hervorgeht. Ist auch dies nicht der Fall, besteht grundsätzlich das Recht, sich gegen die, vom Arbeitgeber verordneten, Weiterbildungen zu entscheiden. Auch wenn rechtlich keine Konsequenzen drohen, kann diese Entscheidung dennoch erhebliche Einbußen für die weitere Zusammenarbeit mit sich bringen:

Nicht selten reagieren Arbeitgeber bei erheblichem Widerstand mit einer Abmahnung. Eine Kündigung droht in den seltensten Fällen, da Arbeitgeber zunächst zur Umstrukturierung von Arbeitsabläufen verpflichtet sind. Lassen sich bisherige Tätigkeiten, aufgrund einer zu großen Bildungslücke von Seiten des Arbeitnehmers, nicht mehr weiter ausüben, ist eine interne Versetzung unvermeidbar. Bei Mitarbeitern im hohen Alter, die keine Bereitschaft mehr zeigen, sich innovative Technologien anzueignen, ist die einvernehmliche Beendigung des Arbeitsverhältnisses, mit vorzeitigem Eintritt in den Ruhestand, eine Alternative.




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