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  • Carina Staiger

Welche Berufe machen depressiv?

Depressionen zählen mittlerweile zu den am häufigsten diagnostizierten Krankheiten am Arbeitsplatz. Im Rahmen einer Studie stellte die Techniker Krankenkasse (TK) fest, dass die Anzahl der Patienten seit 2002 um mehr als 70 % gestiegen ist. Doch was sind die Ursachen und welchen Einfluss nehmen Depressionen auf den weiteren beruflichen Erfolg?

Wie entstehen Depressionen am Arbeitsplatz?

Sicher haben auch Sie schon einmal Ihren Arbeitsplatz ohne große Motivation aufgesucht. Besonders bekannt ist dieses Phänomen am Montagmorgen. Sofern die Tage jedoch überwiegen, an denen Sie Ihrer Arbeit gerne nachgehen, besteht kein allzu großes Risiko, an einer Depression zu erkranken.


Stellen Sie hingegen fest, dass die Abneigung gegenüber Ihres Arbeitsplatzes so stark ist, dass Ihr Körper beim bloßen Gedanken daran mit Schmerzen reagiert, besteht akuter Handlungsbedarf. Da sich Depressionen in den meisten Fällen auf mehr als nur eine Ursache zurückführen lassen, ist es nicht immer ganz einfach, den Hauptauslöser zu erkennen. Nahezu bei allen Patienten spielt Stress eine entscheidende Rolle. Des Weiteren lässt sich die Neigung zu depressiven Verhaltensmustern auf die genetische Veranlagung zurückführen.


Wenn Sie bei der Arbeit permanentem Stress ausgesetzt sind, reagiert Ihr Körper darauf mit einer erhöhten Ausschüttung des Stresshormons Cortisol. Dieses ist unter anderem dafür bekannt, Verhaltensänderungen auszulösen. Hierzu zählen zum Beispiel:


- Denkstörungen

- Schlafstörungen

- Appetitstörungen

- zunehmende Angstreaktionen

Je nachdem, in welchem Ausmaß die einzelnen Beschwerden auftreten, ist die Arbeitsbereitschaft mehr oder weniger stark eingeschränkt. Schlimmstenfalls ist ein Arbeitsausfall über mehrere Monate unumgänglich. Entsprechende Therapien werden vom behandelnden Arzt verordnet.


Lassen sich Depressionen auf die Berufswahl zurückführen?

Die Studie der Techniker Krankenkasse belegt eindeutig, dass zweifellos ein Zusammenhang zwischen Berufswahl und der an Depressionen erkrankten Arbeitnehmern besteht. Besonders betroffen sind Berufszweige mit sozialem Charakter. Die ersten 10 Plätze mit dem größten Depressionsrisiko gehen an folgende Berufsgruppen:

1. Callcenter Mitarbeiter

2. Altenpflege

3. Kinderbetreuung im weitesten Sinne

4. Berufe der Krankenpflege

5. Mitarbeiter der öffentlichen Verwaltung

6. Sozialarbeiter und -pädagogen

7. Mitarbeiter im Sicherheitsdienst

8. Medizinische Laborberufe

9. Angestellte der Unternehmensberatung

10. Technische Produktionsplanung

So sehr auch die inhaltlichen Anforderungen einzelner Berufsgruppen voneinander abweichen, haben diese doch mehrere Gemeinsamkeiten. In allen Berufen besteht eine hohe Arbeitsauslastung, welche sich in einem enormen psychischen Druck äußert. Außerdem wird ein hohes Maß an Eigenverantwortlichkeit vorausgesetzt. Unter Umständen herrscht zudem permanenter Zeitdruck. Wird der eigentliche Sinn der eigenen Arbeit nicht mehr erkannt, besteht ein erhöhtes Risiko, an einer Depression zu erkranken.


Auffallend ist, dass Frauen weitaus häufiger von Depressionen betroffen sind als Männer. Dies ist damit zu begründen, dass diese häufig einer Mehrfachbelastung aus Haushalt, Arbeit und Familie ausgesetzt sind. Des Weiteren entscheiden sich zahlreiche betroffene Männer bewusst gegen eine ärztliche Behandlung. Somit ist davon auszugehen, dass mehr Männer unter Depressionen leiden, als tatsächlich angegeben.


Ebenfalls auffallend ist, dass naturbezogene Berufe sowie die Arbeit mit Tieren kaum ein Risiko birgt, an Depressionen zu erkranken.



Wie wirken sich Depressionen auf die weitere berufliche Karriere aus?


Wie stark eine Depression den weiteren beruflichen Erfolg beeinträchtigt, hängt von der individuellen Situation ab. Wird eine Depression beispielsweise früh erkannt und erfolgreich therapiert, kommt es meist nur zu wenigen Tagen Arbeitsausfall. Bei ausgeprägten Depressionen hingegen kann es passieren, dass die Betroffenen über Monate hinweg nicht mehr zum Arbeitsplatz zurückkehren. Schlimmstenfalls ist das Ausüben der bisherigen Tätigkeit aus persönlichen Gründen nicht mehr möglich oder droht sogar die Kündigung. In jedem Fall sollte bei Verdacht auf eine Depression schnellstmöglich ein erfahrener Arzt kontaktiert werden, um die weitere Karriere nicht zu gefährden. Unter Umständen ist eine Umschulung oder Weiterbildung der richtige Schritt in Richtung einer erfolgreichen beruflichen Zukunft.

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